Samstag, 12. Juli 2008

Tonga

Tonga

Freitag, 27. Juni 2008

Dienstag, 27. Mai 2008

Huhu! Ich lebe noch

Long time, no say. So heißt es hier in Neu Seeland, wenn man lange nichts mehr von einander gehört hat. Und so geschehen mit euch und mir. Da es nun gut 3 Monate her ist, dass ihr von mir gehört habt und euch nur mit Bilder begnügen konntet, dachte ich schreibe ich mal wieder. Anlass gab mir eigentlich eine Begegnung mit einer Frau, die über ein Jahr durch Afrika gereist und danach ein Buch verfasst hat. Im Gespräch mit ihr fiel mir auf, wie wichtig nicht nur die Reise sondern auch deren Dokumentation ist. Ich hoffe ihr verzeiht mit.
Ich fasse einfach mal die letzten 3 Wochen zusammen, die ich nun hier in Neu Seeland schon unterwegs bin.
Angefangen habe ich Auckland Anfang Mai. Ich hatte über die Internetseite couchsurfing.com schon von Australien einen Kontakt aufgetrieben, bei dem ich die ersten paar Nächte unterkommen kann. Ich hatte mit meinem Coachsurfer unglaubliches Glück, da er mich nicht nur zu sich nach Hause eingeladen hatte, sondern auch mir den Transfer vom Flughafen anbot. Dafür hatte es sich einen Arbeitstag frei genommen. Dies war für mich ein bemerkenswertes Beispiel der neuseeländischen Gastfreundlichkeit gleich zu Beginn meines Aufenthalts. Die Ankunft verlief aber nicht ohne Probleme, da ich ehrlicherweise bei der Einreiseerklärung angeben hatte ein Zelt mitzuführen. Dies brachte mir einen Platz in der Schlange Nummer 3 ein. Bei dieser Schlange handelte es sich, um alle Personen, die verdächtig viel auf ihren Gepäckwagen hatten. Daher fand ich mich wieder zwischen zig Asiaten und Inder, deren Gepäck auf Essen überprüft wurde. Nachdem ich dann endlich beim Zollbeamten angekommen war, wurde mir mein Zelt direkt entrissen und desinfiziert. Was ich zuerst als eher lästig empfand (da mein Coachsurfer ja schon eine Weile außen auf mich wartete), entpuppte sich im Nachhinein als sehr angenehm. Mein Zelt wurde kostengünstig gesäubert und ordentlich wieder zusammengepackt.
Im Empfangsbereich wurde ich freundlich von Otto empfangen. Ich wusste rein gar nichts von ihm, außer einem Bild im Internet. Wir verstanden uns von Anfang echt gut und er erklärte mir auf der Autofahrt schon so einiges über neuseeländische Kultur und Geflogenheiten. Ich komme schon wieder zu stark ins Detail.
Wie auch immer. Otto gab mir hilfreiche Tipps für meinen Beginn. Auckland an sich ist einen längeren Besuch meines Empfindens nicht wert. Ich verbrachte trotzdem einige Tage dort, um mir im klaren zu sein, wie ich meine nächsten knapp 3 Monate hier füllen soll und wie ich mich fortbewegen soll. Nachdem ich mir alle möglichen Transportmittel (Auto kaufen, mieten, Bus (welcher?), Mitfahrgelegenheit) angeguckt hatte und mir immer wieder alle Vor- und Nachteile durchdacht habe, habe ich mich im Endeffekt für einen der billigen Busgesellschaften entschieden. Nachdem ich in Auckland noch ein paar Wanderstiefel aus dem Warenhaus besorgt hatte, machte ich mich schnellstmöglich auf die Stadt zu verlassen und das zu sehen, worauf ich so gewartet hatte: Die wunderschöne Landschaft. Schon mal vorweggenommen. Die nächsten drei Wochen sollten die vielleicht mit schönsten 3 Wochen meines Trips werden.
Nachdem ich ja in Australien mit dem Wetter sehr viel Pech hatte, schien es sich in Neu Seeland nicht sehr viel zu bessern. Ich verließ Auckland im Regen und die ersten landschaftlichen Eindrücke wurden durch dunkle Wolken getrübt. Aber meine Laune konnte nicht besser sein. Vor mir lagen 3 ereignisreiche Monate. Das schon die ersten 3 Wochen meinen Erwartungsrahmen zum überstiegen, war mir in diesem Moment noch nicht bewusst. Mein erster Stopp waren die Höhlen um Waitomo. Eigentlich sollten wir hier riesige Höhlenlandschaften mit Glühwürmern bewundern können. Die Höhlen waren leider durch den anhaltenden Regen der letzten Tage geflutet worden. So wurde aus der großen eine eher kleine Wanderung durch die Höhlenwindungen. Meine erste Übernachtung sollte die Stadt Rotorua sein. Mein Plan war es so schnell wie möglich in den Süden zu kommen, um es noch nicht zu kalt zu haben, da ich befürchtete, dass alle die Wanderwege wegen Schneefalls schließen werden. Und die Nordinsel durchfahre ich auf dem Rückweg eh noch mal. So erreichten wir in der Abenddämmerung (immer noch im Regen) Rotorua. Schon von weiten konnten wir den die Stadt riechen. Die Umgebung auf der diese Stadt gegründet wurde besteht aus Vulkanlandschaft und geothermal sehr aktiv, daher dampft es überall in der Stadt aus den Gullis und aus allen möglichen Bodenöffnungen. Dieser Dampf bringt einen „wunderbaren“ Sulfatgeruch mit sich.
Ich baute dann noch mein schnell mein Zelt auf, bevor ich mich dem Abendessen widmete. Am nächsten Tag sollte ich zwei Wärmflaschen kaufen, da es über Nacht -4 Grad hatte und ich immer noch mit dem gleichen Sommerschlafsack aus Australien unterwegs bin.
Den Tag danach in Rotorua verbrachte ich physisch mit der Erkundung der Stadt, mental aber mit der Planung meiner Reise. Ich wollte so viel wie möglich in die wenige Zeit reinpacken können. Am Abend besuchte ich ein Hangi, ein Festessen der Maori. Hangi wird unter der Erde mit einiger kniffligen Technik gekocht, sodass man am Ende Fleisch, Fisch, Gemüse und Nachspeise mit einem leckeren erdigen Geschmack hat. Das Essen war super und wurde im Vorhinein mit einer Show mit Tanz und Musik begleitet.
Am nächsten Tag fuhr der Bus weiter in Richtung Lake Taupo. Das Wetter klarte auf und ich konnte seit langem mal wieder einen blauen Himmel bewundern. Dies trieb mich dann spontan dazu den Skydive zu machen. Der Gedanke daran hatte sich schon länger in meinem Kopf festgesetzt, an diesem Tag war die Entscheidung aber eher spontan. So wurde ich, noch bevor ich im Hostel eingecheckt hatte, von dem Skydive Unternehmen abgeholt. Der Himmel klarte immer mehr auf und wartet nur darauf mich in seine Arme zu nehmen. Immer wieder spielte ich mir gedanklich vor, wie es wohl ablaufen würde. Ich hatte soviel Geschichten davon gehört, die ich nun zu einer zusammen bastelte. Am Flughafen angekommen und nach ein paar organisatorischen Fragen, wurden uns auch schon die Fliegeranzüge ausgehändigt. Jetzt kam es immer näher. Das gespannte Warten entwickelte sich zu einem interessanten Gedankenaustausch mit den anderen „Mitspringern“ über ihre Erwartungen und Wünsche.
Nicht viel später wurden wir von unserem „instructor“ auf Sicherheit geprüft. Viel sollte dabei nicht schief gehen, dachte ich mir. Und schon wurden wir zum Flugzeug geführt. Da es recht viele Springer an diesem Tag waren, wurde es dementsprechend eng. Der Flug wurde von allen genossen, auch wenn ihre Gedanken wahrscheinlich schon wo ganz anders waren. Meinen Puls ließ glücklicherweise mehr die Vorfreude als die Angst in die Höhe schnallen. Als wir dann auf 12000 Fuß (3700 Meter) angekommen waren, öffnete der Pilot die Seitentür und schon flog der erste Passagier über Bord. Als nächste war ich an der Reihe. Alle Gedanken über mögliche Figuren, die ich in der Luft machen könnte oder, dass ich soviel wie möglich von der Landschaft sehen muss, waren sehr schnell verflogen (im wahrsten Sinne des Wortes). Ohne große Vorwarnung saß ich schon in der Tür, die Füße Richtung Erde baumelnd. Ein kleiner Ruck und ich raste mit 200 km/h der Erde entgegen. Ein nicht zu beschreibender Adrenalinstoß erfasste meinen Körper und ich konnte nicht mehr aufhören zu schreien. Es füllte sich alles so unreal an, einfach der Erde entgegen zu rasen. Aber es war mit das Beste was ich bisher gemacht habe. Während des freien Falls realisiert man erstmal gar nichts, sondern genießt nur. Nach 45 Sekunden zog der instructor die Leine und wir segelten gemütlich der Erde entgegen. Unten angekommen realisierte ich erst was ich gerade gemacht hatte. Meine Gedanken waren schon damit beschäftigt zu überlegen, wann ich das nächste Mal springen kann. Es war der absolute Hammer!
Der restliche Tag war von meinem durch Adrenalin gestopften Körper sehr positiv gestaltet.
Am nächsten Tag genoss ich das schöne Wetter am See mit einem Rundgang.
Von Lake Taupo führte mich meine Reise nach Wellington der Hauptstadt Neu Seelands. Dort verbrachte ich nur einen Nachmittag, da mich am nächsten Morgen schon die Fähre zur Südinsel erwartete. Der Bericht hier rüber folgt. Ich hoffe recht früh.

Arthurs Pass

Arthurs Pass

Copland Track

Copland Track

Fox Glacier

Fox Glacier Walk