Hillary vs. Obama. Mein Gott, ist da die verantwortungsvolle Entscheidung, die Amerika in diesem Jahr zu treffen hat hart. Welches Wahlprogramm enthält das spektakulärste Entertainmentprogramm. Wer kann rhetorisch und theatralisch am besten überzeugen.
Darüber hinaus dreht sich alles um die Frage, ob die Weltmacht Amerika in Zukunft durch eine Frau oder durch einen Mann afroamerikanischer Abstammung regiert wird. Die Entscheidung wird immer schwieriger. Ich bin so froh in dieser Zeit kein amerikanischer Staatsbürger sein zu müssen.
„Es brauchte einen Clinton um das Chaos von Bush sen. zu beseitigen. Nun braucht es eine zweite Clinton um nach der jetzigen Bush Ära wieder klar Schiff zu machen“, klingt es von der einen Seite. Hillary versucht sich in der Metamorphe der First Lady in die neue Präsidentin der USA. Von Seiten Obamas kann man einen frischen, jugendlichen Wind der Veränderung für ein neues, besseres Amerika, spüren. Eins haben die beiden Kontrahenten aber gemein. Sie haben auf ihrer Agenda stehen, den USA in der Welt wieder ein besseres Gesicht zu geben. Viel Glück.
Hillary vs. Obama. Zwei arme Marionettenfiguren in der Hand von politischen Beratern und millionenschweren Lobbyisten, deren jede Stimme kostbar ist, um ihre wirtschaftlichen Ideen durchzusetzen. Da sind 32 Millionen Dollar an einem Tag, um die entscheidende Wahlkampfphase vor dem „Super Tuesday“ ein wenig zu pfeffern, eine lohnenswerte Investition. Schade, dass man intelligente, innovative Ideen und Meinungen nicht mit Geld erlangen kann. Aber darum geht es doch auch bei den Wahlen in den USA nicht. Es geht ums Entertainment. So heißt es weiterhin fleißig Schilder in die Kameras halten, damit keiner vergisst wie die Kandidaten heißen.
Der Wahlkampf teilt sogar prestigeträchtige Familien in zwei Lager. Die eine Seite der Kennedys, in Gestalt von Ted Kennedy befürwortet die Kandidatur Obamas. Die Tochter JFK´s und jetzige Ehefrau des kalifornischen Gouverneurs, der früher eher mit Maschinengewehren und Muskeln gespielt hat als mit den Fragen der Journalisten, steht auf der Seite Hillarys.
Eins aber haben die Vorwahlen bisher schon erreicht. Sie haben das Interesse für Politik in den USA bei der Bevölkerungsschicht der unter 30 jährigen geweckt. Es geht immerhin nicht mehr um die langweilige, gegensätzlichen politischen Meinungen und Standpunkte. Vielmehr geht um Schwarz gegen Frau. Die Journalisten in den Talkshows diskutieren über die Zeit Hillarys nach dem Bekanntwerden der Affäre ihres Gatten mit der Praktikantin Monica Lewinsky. Wie ging eine Frau im Rampenlicht mit einer so prekären Situation um.
Ach ja, auf der republikanischen Seite kämpft noch John McCain, der siegessicher lächelnde Vietnamheld. Viel wird um ihn nicht geschrieben. Keine Skandale, kein Interesse. Immerhin hat er im Wahlkampf ein leichteres, Herz und Nerven schonendes Leben, da seine politischen Verfolger im gleichen Lagern durch falsch punktierte Wahlkampfpolitik oder zu aggressiv konservatives Fundamentalchristentum in den bisherigen Vorwahlen das Nachsehen hatten. So kann McCain getrost jeden neuen Staat entgegenfiebern, der ihm einen neuen erdrutschartigen Sieg im Lager der Republikaner bescheren wird. Sein Lächeln ist dann zumindest authentisch und vielleicht hält es ja an bis zur Präsidentschaftswahl im November, wenn es dann heißt: Kein Afroamerikaner, keine Frau, sondern nur ein Mann als Präsident der USA. Fortsetzung der Serie, „ein buntes Theater ums weiße Haus“ folgt 2012. Es könnte die teuerste Produktion einer „Volksverarsche“ sein, die jemals produziert wurde. Aber der gemeine Amerikaner kann sich schon mal auf mehr Action und Spannung freuen. Dafür wird sicher gesorgt. „The show must go on!“
1 Kommentare:
Hi Herr Schmid,
schon spannend was sie in Ihrer Kolumne über den Amerikanischen Wahlkampf schreiben. Mir ist dabei der leichte sarkastische Unterton aber nicht entgangen.
Also meine Meinung zum Thema:
1. Lass Sie doch machen. Mich störts nich.
2. Ich find den Herrn Obama richtig cool und ich glaub wenn der Präsident von Amerika wird, wird sich einiges in Bezug auf die Amerikanisch - Europäischen Beziehungen ändern.
Ich verfolge auf jedenfall mit recht viel Spannung immer die neuesten Zahlen und bin schon auf den 4. März gespannt wenns dann in Texas und Ohio um die Vorentscheidung geht.
Zum Thema Geldverschwendung: Das sind alles Gelder die die Kandidaten aus ihrer eigenen Tasche Zahlen oder von ihren Wählern gespendet bekommen haben, is doch eigentlich auch nix dran auszusetzen an dem System.
Soweit zum Artikel! Schlussworte!
Obama 2008: Change we can believe in!!!
So jetz langts auch wieder mit dem rumdebattieren. Wie gehts, wie stehts? Hast du die ersten freien Tage genossen?
Telefonieren letztens war richtig genial. Würd mich freuen wenns bald nochmal klappt. Ich halt aufjedenfall nach dir ausschau bei Skype.
Bis denn,
CHristoph
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