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| Kangeroo Island |
Montag, 31. März 2008
Sonntag, 30. März 2008
Mittwoch, 5. März 2008
Segeln durch die Whitsunday Islands
Der vorletzte Stopp bevor ich die Ostküste hinter mir lasse, war Airlie Beach, der Ausgangspunkt für die Segeltörns durch die Whitsunday Islands. Das Wetter wird hier oben jetzt echt sehr bescheiden. Die Regenzeit lässt grüßen. Wenn man dann durch die Straßen dieses Touristenortes läuft und all die schönen Strände der Postkarten betrachtet, kann man schon echt wehmütig werden. Ich bin halt nicht in der passenden Saison hier. Meine Stimmung war daher eher gedrückt bevor ich auf das Boot bin, da meine Erwartungen ganz andere waren. Ich kann aber schon mal vorweg nehmen, dass dieser Trip einer der Höhepunkte meiner Reise werden sollte. Früh morgens am Freitag ging es dann los. Die Crew erwartete uns super freundlich am Pier. Ich habe beim Briefing am Vortag schon gemerkt, dass diese Gruppe von 24 Leuten super harmonieren wird. Und mein Gefühl sollte mich nicht trügen. Es waren auch zwei bekannte Gesichter mit in der Gruppe, die ich schon in Noosa kennen gelernt habe. Das ist hier in Australien echt ein Phänomen: Obwohl das Land so groß ist, triff man so viele Leute wieder. Der Rekord liegt bei einem Paar, was mir jetzt schon zum vierten Mal in jeweils einer anderen Stadt über den Weg gelaufen ist. Wir bestiegen nun alle das Boot mit unseren Stofftüten, da, wegen der „bedbugs“ keine Rucksäcke erlaubt waren. Unser Boot hieß „Apollo“ und war in den 80- und 90-Jahren eine Maxi Sailingyacht, dass heißt das sie in Rennen um die ganze Welt beteiligt und eine Zeit lang ungeschlagen war. Eine richtige Rennsau. Viel Funktionalität, wenig Luxus. Die Crew bestand aus vier Mitgliedern: Einem israelischen Tauchlehrer, der Köchin, dem Helfer an Bord und unserem Skipper Scotty, der einer Comicserie entsprungen sein könnte. Die Crew war über die ganzen drei Tage so was von freundlich, dass es meine Erwartungen gesprengt hat. Der Himmel öffnete sich auch in dem Moment als wir die Leinen losließen und Richtung Whitsunday Islands segelten. Bevor wir unseren ersten Tauchspot erreichten, hieß es sich erstmal in der Gruppe an Deck kennenlernen, während jeder die paar Sonnenstrahlen in sich aufnahm. Es war dieses Mal nur noch eine weitere Deutsche mit an Bord und der Rest war wie immer meist aus UK und den skandinavischen Ländern.
Da wir recht starken Wind hatten, konnten wir sehr schnell zum ersten Mal die Segel hissen und versuchen das meiste aus der Yacht rauszuholen. Das Segeln auf so einer Yacht ist schon was echt besonders, da sie sehr starke Neigungswinkel einnimmt. Super. Wir mussten auch selbst Hand anlegen, beim Segel spannen usw., da sie Crew ja normalerweise aus 24 Leuten auf dem Boot besteht und nun aber auf 4 Crewmitglieder geschrumpft ist. So ließen wir uns den Wind um die Ohren blasen, während wir die ersten der insgesamt 74 Inseln sehen konnten.
Das nächste Mal wurde ich überrascht als es zum Mittagessen kam. Normalerweise ist das Essen, sobald es zu Backpackerausflügen kommt, meist sehr spärlich. Hier am Bord wurde uns aber zum Mittagsessen direkt Sandwich mit Salat, Gemüse, Kartoffelsalat und Thunfisch serviert. Und Schinken. Mein Gott, wie lange hatte ich schon keinen Schinken mehr. Fleisch generell passt bei mir hier nicht in Budget. Nachdem wir uns gestärkt hatten, ging es mit dem Beiboot in Richtung Strand, um von dort aus die Schnorchel und Tauchgänge zu starten. Der Tauchgang war sehr genial. So viele verschiedene Fischarten und farbenfrohe Korallenriffe. Manchmal konnte man gar nichts mehr sehen, da man von so vielen Fischen umgeben war. Das einzig Negative am Tauchgang war die ständige Angst vor den Quallen. Um diese Jahreszeit muss man „Stingersuits“, also eine Art Tauchanzug, tragen, da die Quallen, die so klein sind, dass man sie nicht sehen, kann, tödlich sein können. Prickelnd war, dass die Crew uns vorher erzählt hatte, dass genau an diesem Spot am Morgen ein Gast eines anderen Bootes gebissen wurde. Beißen Quallen?? Er wurde dann direkt mit dem Hubschrauber am die Intensivstation auf dem Festland geflogen und hat überlebt.
Wieder an Bord hieß es erstmal wieder in die Sonne legen und die anderen besser kennenlernen. Bei den einen blieb es beim gewöhnlichen Erfahrungsaustausch bei anderen wurde es sehr viel schneller auch persönlich. Unter Reisenden wird man eher schnell persönlich und vertraut fast fremden Leuten viel an. Vielleicht auch daher, weil man manchmal einfach einem zum reden braucht, der einem auch körperlich gegenüber sitzt. Außerdem beschäftigen uns alle die gleichen Gedanken und wir kämpfen alle mit den gleichen Problemchen. Da hilft es schon mal einfach zu hören, dass es anderen auch so geht, um einen wieder aufzubauen.
Am Anfang meiner Reise habe ich auf die häufige Frage, ob es mir schwer fällt alleine zu reisen immer geantwortet: „Auf gar keinen Fall. Man ist dadurch viel freier in Entscheidungsfragen und man kann sehr spontan seine Pläne ändern. Und Leute trifft man überall.“ Jetzt wo ich schon fast die Hälfte meiner Reise hinter mir habe, stimme ich diesem noch teilweise zu, muss aber hinzufügen, dass es schon manchmal schön wäre eine Konstante neben sich zu haben. Eine Konstante, die vielleicht auch eine andere Meinung zu einem Thema oder zu einer Entscheidung hat. Gerade, wenn es darum geht Entscheidungen zu treffen, wäre eine zweite, subjektive Meinung sehr hilfreich. Oft denkt mal selber nicht an gewisse Aspekte, auf die einen dann ein anderen hinweisen kann. Und jeder hat mal Tage an denen Dinge nicht so verlaufen, wie man sich das so vorgestellt hat und man enttäuscht oder sogar traurig ist. Wenn man alleine reist, hat man dann niemanden neben sich, der einen wieder motiviert. Daher muss man sich immer wieder aufs Neue fast fremden Leuten anvertrauen, was kurzfristig, aber nicht wirklich langfristig hilft. Glücklicherweise habe ich auf meiner Reise schon so viele wunderbare Menschen kennen gelernt. Uns geht halt hier allen das gleiche durch den Kopf. Wenn man sich dann aber wiederum anderen Reisenden anvertraut, geht man mit ihnen eine bestimmte Beziehung ein und man merkt schnell wie gut man mit einander auskommt, da man über die Erfahrungsberichte hinaus gekommen ist. Wenn man nun so einen straffen Zeitplan hat wie ich, muss man einen so lieb gewonnen Personen immer sehr schnell wieder verlassen. Dass heißt man lernt sich gerade richtig kennen und dann trennen sich die Wege meist schon wieder. Manchmal für immer, obwohl man ja durch Facebook eine gute Möglichkeit hat, wenigstens übers Internet in Verbindung zu bleiben. Wenn man aber keine physische Konstante neben sich reisen hat, ist dies eine echte Achterbahn der Gefühle. Man ist tagtäglich von neuen Leuten umgeben, was irgendwann echt ermüdend werden kann. Ich genieße es aber trotzdem immer wieder neue Leute kennen lernen zu dürfen.
Es ist echt immer wieder faszinierend wie unproblematisch man mit anderen Reisenden auf engsten Raum ohne irgendwelche Privatsphäre zusammen leben kann. Speziell auf der „Apollo“ in der es keine Raum gab, um mal für sich zu sein. Einfach eine super Erfahrung.
Den Nachmittag verbrachten wir dann wieder mit Segeln zu unserem Spot an dem wir unsere Nacht verbringen sollten. Wir hatten die Chance einen wunderschönen Sonnenuntergang zu betrachten mit schöner Musik im Hintergrund. Nach dem Abendessen wurden dann die Gitarren rausgeholt, um die wunderschöne Stimmung an Deck noch schöner zu machen und so verbrachten wir den Abend mit singen, reden und träumen. Ich bin dann auf dem Deck unterm Sternenhimmel eingeschlafen.
Am nächsten Morgen besuchten wir dann den Whitehaven Beach, den von National Geographic auf Platz 3 der schönsten Strände der Welt listeten Strand. Leider hatten wir Pech, da durch die Stürme der letzten Woche der Strand eher dreckig war und das Wetter uns auch einen Strich durch die Rechnung machte. Den zweiten Tag haben wir wie den vorherigen mit Segeln und Tauchen verbracht. Der einzige Unterschied lag daran, dass wir alle mit hübschen gelben Regenjacken an Deck rumlaufen mussten, da es so geregnet hatte.
Am dritten Tag machten wir uns nach einem weiteren Schorcheltrip wieder auf in Richtung Airlie Beach. Auf der Rückfahrt dachte glaube ich jeder noch mal über die vergangen 3 Tage nach, auch ich. Der Trip war super geil und hat meine Erwartungen vollkommen gesprengt auch wenn wir kein gutes Wetter hatten, aber durch die tolle Gruppe und das klasse Segeln hatte ich eine super Zeit an Bord der Apollo.
Am nächsten Tag überbrückte ich dann die letzten 10 Stunden Busfahrt bis nach Cairns. Jetzt habe ich bald den Regen hinter mir und meine Reise führt mich glücklicherweise führt nun ins „Red Center“ von Australien in Richtung Uluru. Vor mir liegt aber noch eine fast durchgängige Busfahrt von 3 Tage durch das Outback.
See ya, mate!
Da wir recht starken Wind hatten, konnten wir sehr schnell zum ersten Mal die Segel hissen und versuchen das meiste aus der Yacht rauszuholen. Das Segeln auf so einer Yacht ist schon was echt besonders, da sie sehr starke Neigungswinkel einnimmt. Super. Wir mussten auch selbst Hand anlegen, beim Segel spannen usw., da sie Crew ja normalerweise aus 24 Leuten auf dem Boot besteht und nun aber auf 4 Crewmitglieder geschrumpft ist. So ließen wir uns den Wind um die Ohren blasen, während wir die ersten der insgesamt 74 Inseln sehen konnten.
Das nächste Mal wurde ich überrascht als es zum Mittagessen kam. Normalerweise ist das Essen, sobald es zu Backpackerausflügen kommt, meist sehr spärlich. Hier am Bord wurde uns aber zum Mittagsessen direkt Sandwich mit Salat, Gemüse, Kartoffelsalat und Thunfisch serviert. Und Schinken. Mein Gott, wie lange hatte ich schon keinen Schinken mehr. Fleisch generell passt bei mir hier nicht in Budget. Nachdem wir uns gestärkt hatten, ging es mit dem Beiboot in Richtung Strand, um von dort aus die Schnorchel und Tauchgänge zu starten. Der Tauchgang war sehr genial. So viele verschiedene Fischarten und farbenfrohe Korallenriffe. Manchmal konnte man gar nichts mehr sehen, da man von so vielen Fischen umgeben war. Das einzig Negative am Tauchgang war die ständige Angst vor den Quallen. Um diese Jahreszeit muss man „Stingersuits“, also eine Art Tauchanzug, tragen, da die Quallen, die so klein sind, dass man sie nicht sehen, kann, tödlich sein können. Prickelnd war, dass die Crew uns vorher erzählt hatte, dass genau an diesem Spot am Morgen ein Gast eines anderen Bootes gebissen wurde. Beißen Quallen?? Er wurde dann direkt mit dem Hubschrauber am die Intensivstation auf dem Festland geflogen und hat überlebt.
Wieder an Bord hieß es erstmal wieder in die Sonne legen und die anderen besser kennenlernen. Bei den einen blieb es beim gewöhnlichen Erfahrungsaustausch bei anderen wurde es sehr viel schneller auch persönlich. Unter Reisenden wird man eher schnell persönlich und vertraut fast fremden Leuten viel an. Vielleicht auch daher, weil man manchmal einfach einem zum reden braucht, der einem auch körperlich gegenüber sitzt. Außerdem beschäftigen uns alle die gleichen Gedanken und wir kämpfen alle mit den gleichen Problemchen. Da hilft es schon mal einfach zu hören, dass es anderen auch so geht, um einen wieder aufzubauen.
Am Anfang meiner Reise habe ich auf die häufige Frage, ob es mir schwer fällt alleine zu reisen immer geantwortet: „Auf gar keinen Fall. Man ist dadurch viel freier in Entscheidungsfragen und man kann sehr spontan seine Pläne ändern. Und Leute trifft man überall.“ Jetzt wo ich schon fast die Hälfte meiner Reise hinter mir habe, stimme ich diesem noch teilweise zu, muss aber hinzufügen, dass es schon manchmal schön wäre eine Konstante neben sich zu haben. Eine Konstante, die vielleicht auch eine andere Meinung zu einem Thema oder zu einer Entscheidung hat. Gerade, wenn es darum geht Entscheidungen zu treffen, wäre eine zweite, subjektive Meinung sehr hilfreich. Oft denkt mal selber nicht an gewisse Aspekte, auf die einen dann ein anderen hinweisen kann. Und jeder hat mal Tage an denen Dinge nicht so verlaufen, wie man sich das so vorgestellt hat und man enttäuscht oder sogar traurig ist. Wenn man alleine reist, hat man dann niemanden neben sich, der einen wieder motiviert. Daher muss man sich immer wieder aufs Neue fast fremden Leuten anvertrauen, was kurzfristig, aber nicht wirklich langfristig hilft. Glücklicherweise habe ich auf meiner Reise schon so viele wunderbare Menschen kennen gelernt. Uns geht halt hier allen das gleiche durch den Kopf. Wenn man sich dann aber wiederum anderen Reisenden anvertraut, geht man mit ihnen eine bestimmte Beziehung ein und man merkt schnell wie gut man mit einander auskommt, da man über die Erfahrungsberichte hinaus gekommen ist. Wenn man nun so einen straffen Zeitplan hat wie ich, muss man einen so lieb gewonnen Personen immer sehr schnell wieder verlassen. Dass heißt man lernt sich gerade richtig kennen und dann trennen sich die Wege meist schon wieder. Manchmal für immer, obwohl man ja durch Facebook eine gute Möglichkeit hat, wenigstens übers Internet in Verbindung zu bleiben. Wenn man aber keine physische Konstante neben sich reisen hat, ist dies eine echte Achterbahn der Gefühle. Man ist tagtäglich von neuen Leuten umgeben, was irgendwann echt ermüdend werden kann. Ich genieße es aber trotzdem immer wieder neue Leute kennen lernen zu dürfen.
Es ist echt immer wieder faszinierend wie unproblematisch man mit anderen Reisenden auf engsten Raum ohne irgendwelche Privatsphäre zusammen leben kann. Speziell auf der „Apollo“ in der es keine Raum gab, um mal für sich zu sein. Einfach eine super Erfahrung.
Den Nachmittag verbrachten wir dann wieder mit Segeln zu unserem Spot an dem wir unsere Nacht verbringen sollten. Wir hatten die Chance einen wunderschönen Sonnenuntergang zu betrachten mit schöner Musik im Hintergrund. Nach dem Abendessen wurden dann die Gitarren rausgeholt, um die wunderschöne Stimmung an Deck noch schöner zu machen und so verbrachten wir den Abend mit singen, reden und träumen. Ich bin dann auf dem Deck unterm Sternenhimmel eingeschlafen.
Am nächsten Morgen besuchten wir dann den Whitehaven Beach, den von National Geographic auf Platz 3 der schönsten Strände der Welt listeten Strand. Leider hatten wir Pech, da durch die Stürme der letzten Woche der Strand eher dreckig war und das Wetter uns auch einen Strich durch die Rechnung machte. Den zweiten Tag haben wir wie den vorherigen mit Segeln und Tauchen verbracht. Der einzige Unterschied lag daran, dass wir alle mit hübschen gelben Regenjacken an Deck rumlaufen mussten, da es so geregnet hatte.
Am dritten Tag machten wir uns nach einem weiteren Schorcheltrip wieder auf in Richtung Airlie Beach. Auf der Rückfahrt dachte glaube ich jeder noch mal über die vergangen 3 Tage nach, auch ich. Der Trip war super geil und hat meine Erwartungen vollkommen gesprengt auch wenn wir kein gutes Wetter hatten, aber durch die tolle Gruppe und das klasse Segeln hatte ich eine super Zeit an Bord der Apollo.
Am nächsten Tag überbrückte ich dann die letzten 10 Stunden Busfahrt bis nach Cairns. Jetzt habe ich bald den Regen hinter mir und meine Reise führt mich glücklicherweise führt nun ins „Red Center“ von Australien in Richtung Uluru. Vor mir liegt aber noch eine fast durchgängige Busfahrt von 3 Tage durch das Outback.
See ya, mate!
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