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Samstag, 12. Juli 2008
Freitag, 27. Juni 2008
Dienstag, 27. Mai 2008
Huhu! Ich lebe noch
Ich fasse einfach mal die letzten 3 Wochen zusammen, die ich nun hier in Neu Seeland schon unterwegs bin.
Angefangen habe ich Auckland Anfang Mai. Ich hatte über die Internetseite couchsurfing.com schon von Australien einen Kontakt aufgetrieben, bei dem ich die ersten paar Nächte unterkommen kann. Ich hatte mit meinem Coachsurfer unglaubliches Glück, da er mich nicht nur zu sich nach Hause eingeladen hatte, sondern auch mir den Transfer vom Flughafen anbot. Dafür hatte es sich einen Arbeitstag frei genommen. Dies war für mich ein bemerkenswertes Beispiel der neuseeländischen Gastfreundlichkeit gleich zu Beginn meines Aufenthalts. Die Ankunft verlief aber nicht ohne Probleme, da ich ehrlicherweise bei der Einreiseerklärung angeben hatte ein Zelt mitzuführen. Dies brachte mir einen Platz in der Schlange Nummer 3 ein. Bei dieser Schlange handelte es sich, um alle Personen, die verdächtig viel auf ihren Gepäckwagen hatten. Daher fand ich mich wieder zwischen zig Asiaten und Inder, deren Gepäck auf Essen überprüft wurde. Nachdem ich dann endlich beim Zollbeamten angekommen war, wurde mir mein Zelt direkt entrissen und desinfiziert. Was ich zuerst als eher lästig empfand (da mein Coachsurfer ja schon eine Weile außen auf mich wartete), entpuppte sich im Nachhinein als sehr angenehm. Mein Zelt wurde kostengünstig gesäubert und ordentlich wieder zusammengepackt.
Im Empfangsbereich wurde ich freundlich von Otto empfangen. Ich wusste rein gar nichts von ihm, außer einem Bild im Internet. Wir verstanden uns von Anfang echt gut und er erklärte mir auf der Autofahrt schon so einiges über neuseeländische Kultur und Geflogenheiten. Ich komme schon wieder zu stark ins Detail.
Wie auch immer. Otto gab mir hilfreiche Tipps für meinen Beginn. Auckland an sich ist einen längeren Besuch meines Empfindens nicht wert. Ich verbrachte trotzdem einige Tage dort, um mir im klaren zu sein, wie ich meine nächsten knapp 3 Monate hier füllen soll und wie ich mich fortbewegen soll. Nachdem ich mir alle möglichen Transportmittel (Auto kaufen, mieten, Bus (welcher?), Mitfahrgelegenheit) angeguckt hatte und mir immer wieder alle Vor- und Nachteile durchdacht habe, habe ich mich im Endeffekt für einen der billigen Busgesellschaften entschieden. Nachdem ich in Auckland noch ein paar Wanderstiefel aus dem Warenhaus besorgt hatte, machte ich mich schnellstmöglich auf die Stadt zu verlassen und das zu sehen, worauf ich so gewartet hatte: Die wunderschöne Landschaft. Schon mal vorweggenommen. Die nächsten drei Wochen sollten die vielleicht mit schönsten 3 Wochen meines Trips werden.
Nachdem ich ja in Australien mit dem Wetter sehr viel Pech hatte, schien es sich in Neu Seeland nicht sehr viel zu bessern. Ich verließ Auckland im Regen und die ersten landschaftlichen Eindrücke wurden durch dunkle Wolken getrübt. Aber meine Laune konnte nicht besser sein. Vor mir lagen 3 ereignisreiche Monate. Das schon die ersten 3 Wochen meinen Erwartungsrahmen zum überstiegen, war mir in diesem Moment noch nicht bewusst. Mein erster Stopp waren die Höhlen um Waitomo. Eigentlich sollten wir hier riesige Höhlenlandschaften mit Glühwürmern bewundern können. Die Höhlen waren leider durch den anhaltenden Regen der letzten Tage geflutet worden. So wurde aus der großen eine eher kleine Wanderung durch die Höhlenwindungen. Meine erste Übernachtung sollte die Stadt Rotorua sein. Mein Plan war es so schnell wie möglich in den Süden zu kommen, um es noch nicht zu kalt zu haben, da ich befürchtete, dass alle die Wanderwege wegen Schneefalls schließen werden. Und die Nordinsel durchfahre ich auf dem Rückweg eh noch mal. So erreichten wir in der Abenddämmerung (immer noch im Regen) Rotorua. Schon von weiten konnten wir den die Stadt riechen. Die Umgebung auf der diese Stadt gegründet wurde besteht aus Vulkanlandschaft und geothermal sehr aktiv, daher dampft es überall in der Stadt aus den Gullis und aus allen möglichen Bodenöffnungen. Dieser Dampf bringt einen „wunderbaren“ Sulfatgeruch mit sich.
Ich baute dann noch mein schnell mein Zelt auf, bevor ich mich dem Abendessen widmete. Am nächsten Tag sollte ich zwei Wärmflaschen kaufen, da es über Nacht -4 Grad hatte und ich immer noch mit dem gleichen Sommerschlafsack aus Australien unterwegs bin.
Den Tag danach in Rotorua verbrachte ich physisch mit der Erkundung der Stadt, mental aber mit der Planung meiner Reise. Ich wollte so viel wie möglich in die wenige Zeit reinpacken können. Am Abend besuchte ich ein Hangi, ein Festessen der Maori. Hangi wird unter der Erde mit einiger kniffligen Technik gekocht, sodass man am Ende Fleisch, Fisch, Gemüse und Nachspeise mit einem leckeren erdigen Geschmack hat. Das Essen war super und wurde im Vorhinein mit einer Show mit Tanz und Musik begleitet.
Am nächsten Tag fuhr der Bus weiter in Richtung Lake Taupo. Das Wetter klarte auf und ich konnte seit langem mal wieder einen blauen Himmel bewundern. Dies trieb mich dann spontan dazu den Skydive zu machen. Der Gedanke daran hatte sich schon länger in meinem Kopf festgesetzt, an diesem Tag war die Entscheidung aber eher spontan. So wurde ich, noch bevor ich im Hostel eingecheckt hatte, von dem Skydive Unternehmen abgeholt. Der Himmel klarte immer mehr auf und wartet nur darauf mich in seine Arme zu nehmen. Immer wieder spielte ich mir gedanklich vor, wie es wohl ablaufen würde. Ich hatte soviel Geschichten davon gehört, die ich nun zu einer zusammen bastelte. Am Flughafen angekommen und nach ein paar organisatorischen Fragen, wurden uns auch schon die Fliegeranzüge ausgehändigt. Jetzt kam es immer näher. Das gespannte Warten entwickelte sich zu einem interessanten Gedankenaustausch mit den anderen „Mitspringern“ über ihre Erwartungen und Wünsche.
Nicht viel später wurden wir von unserem „instructor“ auf Sicherheit geprüft. Viel sollte dabei nicht schief gehen, dachte ich mir. Und schon wurden wir zum Flugzeug geführt. Da es recht viele Springer an diesem Tag waren, wurde es dementsprechend eng. Der Flug wurde von allen genossen, auch wenn ihre Gedanken wahrscheinlich schon wo ganz anders waren. Meinen Puls ließ glücklicherweise mehr die Vorfreude als die Angst in die Höhe schnallen. Als wir dann auf 12000 Fuß (3700 Meter) angekommen waren, öffnete der Pilot die Seitentür und schon flog der erste Passagier über Bord. Als nächste war ich an der Reihe. Alle Gedanken über mögliche Figuren, die ich in der Luft machen könnte oder, dass ich soviel wie möglich von der Landschaft sehen muss, waren sehr schnell verflogen (im wahrsten Sinne des Wortes). Ohne große Vorwarnung saß ich schon in der Tür, die Füße Richtung Erde baumelnd. Ein kleiner Ruck und ich raste mit 200 km/h der Erde entgegen. Ein nicht zu beschreibender Adrenalinstoß erfasste meinen Körper und ich konnte nicht mehr aufhören zu schreien. Es füllte sich alles so unreal an, einfach der Erde entgegen zu rasen. Aber es war mit das Beste was ich bisher gemacht habe. Während des freien Falls realisiert man erstmal gar nichts, sondern genießt nur. Nach 45 Sekunden zog der instructor die Leine und wir segelten gemütlich der Erde entgegen. Unten angekommen realisierte ich erst was ich gerade gemacht hatte. Meine Gedanken waren schon damit beschäftigt zu überlegen, wann ich das nächste Mal springen kann. Es war der absolute Hammer!
Der restliche Tag war von meinem durch Adrenalin gestopften Körper sehr positiv gestaltet.
Am nächsten Tag genoss ich das schöne Wetter am See mit einem Rundgang.
Von Lake Taupo führte mich meine Reise nach Wellington der Hauptstadt Neu Seelands. Dort verbrachte ich nur einen Nachmittag, da mich am nächsten Morgen schon die Fähre zur Südinsel erwartete. Der Bericht hier rüber folgt. Ich hoffe recht früh.
Freitag, 16. Mai 2008
Donnerstag, 8. Mai 2008
Samstag, 3. Mai 2008
Montag, 31. März 2008
Sonntag, 30. März 2008
Mittwoch, 5. März 2008
Segeln durch die Whitsunday Islands
Da wir recht starken Wind hatten, konnten wir sehr schnell zum ersten Mal die Segel hissen und versuchen das meiste aus der Yacht rauszuholen. Das Segeln auf so einer Yacht ist schon was echt besonders, da sie sehr starke Neigungswinkel einnimmt. Super. Wir mussten auch selbst Hand anlegen, beim Segel spannen usw., da sie Crew ja normalerweise aus 24 Leuten auf dem Boot besteht und nun aber auf 4 Crewmitglieder geschrumpft ist. So ließen wir uns den Wind um die Ohren blasen, während wir die ersten der insgesamt 74 Inseln sehen konnten.
Das nächste Mal wurde ich überrascht als es zum Mittagessen kam. Normalerweise ist das Essen, sobald es zu Backpackerausflügen kommt, meist sehr spärlich. Hier am Bord wurde uns aber zum Mittagsessen direkt Sandwich mit Salat, Gemüse, Kartoffelsalat und Thunfisch serviert. Und Schinken. Mein Gott, wie lange hatte ich schon keinen Schinken mehr. Fleisch generell passt bei mir hier nicht in Budget. Nachdem wir uns gestärkt hatten, ging es mit dem Beiboot in Richtung Strand, um von dort aus die Schnorchel und Tauchgänge zu starten. Der Tauchgang war sehr genial. So viele verschiedene Fischarten und farbenfrohe Korallenriffe. Manchmal konnte man gar nichts mehr sehen, da man von so vielen Fischen umgeben war. Das einzig Negative am Tauchgang war die ständige Angst vor den Quallen. Um diese Jahreszeit muss man „Stingersuits“, also eine Art Tauchanzug, tragen, da die Quallen, die so klein sind, dass man sie nicht sehen, kann, tödlich sein können. Prickelnd war, dass die Crew uns vorher erzählt hatte, dass genau an diesem Spot am Morgen ein Gast eines anderen Bootes gebissen wurde. Beißen Quallen?? Er wurde dann direkt mit dem Hubschrauber am die Intensivstation auf dem Festland geflogen und hat überlebt.
Wieder an Bord hieß es erstmal wieder in die Sonne legen und die anderen besser kennenlernen. Bei den einen blieb es beim gewöhnlichen Erfahrungsaustausch bei anderen wurde es sehr viel schneller auch persönlich. Unter Reisenden wird man eher schnell persönlich und vertraut fast fremden Leuten viel an. Vielleicht auch daher, weil man manchmal einfach einem zum reden braucht, der einem auch körperlich gegenüber sitzt. Außerdem beschäftigen uns alle die gleichen Gedanken und wir kämpfen alle mit den gleichen Problemchen. Da hilft es schon mal einfach zu hören, dass es anderen auch so geht, um einen wieder aufzubauen.
Am Anfang meiner Reise habe ich auf die häufige Frage, ob es mir schwer fällt alleine zu reisen immer geantwortet: „Auf gar keinen Fall. Man ist dadurch viel freier in Entscheidungsfragen und man kann sehr spontan seine Pläne ändern. Und Leute trifft man überall.“ Jetzt wo ich schon fast die Hälfte meiner Reise hinter mir habe, stimme ich diesem noch teilweise zu, muss aber hinzufügen, dass es schon manchmal schön wäre eine Konstante neben sich zu haben. Eine Konstante, die vielleicht auch eine andere Meinung zu einem Thema oder zu einer Entscheidung hat. Gerade, wenn es darum geht Entscheidungen zu treffen, wäre eine zweite, subjektive Meinung sehr hilfreich. Oft denkt mal selber nicht an gewisse Aspekte, auf die einen dann ein anderen hinweisen kann. Und jeder hat mal Tage an denen Dinge nicht so verlaufen, wie man sich das so vorgestellt hat und man enttäuscht oder sogar traurig ist. Wenn man alleine reist, hat man dann niemanden neben sich, der einen wieder motiviert. Daher muss man sich immer wieder aufs Neue fast fremden Leuten anvertrauen, was kurzfristig, aber nicht wirklich langfristig hilft. Glücklicherweise habe ich auf meiner Reise schon so viele wunderbare Menschen kennen gelernt. Uns geht halt hier allen das gleiche durch den Kopf. Wenn man sich dann aber wiederum anderen Reisenden anvertraut, geht man mit ihnen eine bestimmte Beziehung ein und man merkt schnell wie gut man mit einander auskommt, da man über die Erfahrungsberichte hinaus gekommen ist. Wenn man nun so einen straffen Zeitplan hat wie ich, muss man einen so lieb gewonnen Personen immer sehr schnell wieder verlassen. Dass heißt man lernt sich gerade richtig kennen und dann trennen sich die Wege meist schon wieder. Manchmal für immer, obwohl man ja durch Facebook eine gute Möglichkeit hat, wenigstens übers Internet in Verbindung zu bleiben. Wenn man aber keine physische Konstante neben sich reisen hat, ist dies eine echte Achterbahn der Gefühle. Man ist tagtäglich von neuen Leuten umgeben, was irgendwann echt ermüdend werden kann. Ich genieße es aber trotzdem immer wieder neue Leute kennen lernen zu dürfen.
Es ist echt immer wieder faszinierend wie unproblematisch man mit anderen Reisenden auf engsten Raum ohne irgendwelche Privatsphäre zusammen leben kann. Speziell auf der „Apollo“ in der es keine Raum gab, um mal für sich zu sein. Einfach eine super Erfahrung.
Den Nachmittag verbrachten wir dann wieder mit Segeln zu unserem Spot an dem wir unsere Nacht verbringen sollten. Wir hatten die Chance einen wunderschönen Sonnenuntergang zu betrachten mit schöner Musik im Hintergrund. Nach dem Abendessen wurden dann die Gitarren rausgeholt, um die wunderschöne Stimmung an Deck noch schöner zu machen und so verbrachten wir den Abend mit singen, reden und träumen. Ich bin dann auf dem Deck unterm Sternenhimmel eingeschlafen.
Am nächsten Morgen besuchten wir dann den Whitehaven Beach, den von National Geographic auf Platz 3 der schönsten Strände der Welt listeten Strand. Leider hatten wir Pech, da durch die Stürme der letzten Woche der Strand eher dreckig war und das Wetter uns auch einen Strich durch die Rechnung machte. Den zweiten Tag haben wir wie den vorherigen mit Segeln und Tauchen verbracht. Der einzige Unterschied lag daran, dass wir alle mit hübschen gelben Regenjacken an Deck rumlaufen mussten, da es so geregnet hatte.
Am dritten Tag machten wir uns nach einem weiteren Schorcheltrip wieder auf in Richtung Airlie Beach. Auf der Rückfahrt dachte glaube ich jeder noch mal über die vergangen 3 Tage nach, auch ich. Der Trip war super geil und hat meine Erwartungen vollkommen gesprengt auch wenn wir kein gutes Wetter hatten, aber durch die tolle Gruppe und das klasse Segeln hatte ich eine super Zeit an Bord der Apollo.
Am nächsten Tag überbrückte ich dann die letzten 10 Stunden Busfahrt bis nach Cairns. Jetzt habe ich bald den Regen hinter mir und meine Reise führt mich glücklicherweise führt nun ins „Red Center“ von Australien in Richtung Uluru. Vor mir liegt aber noch eine fast durchgängige Busfahrt von 3 Tage durch das Outback.
See ya, mate!
Donnerstag, 28. Februar 2008
Fraser Island
Nachdem wir alle zusammen besprochen hatten, was wir die Tage essen wollten, gingen wir einkaufen. Wir hatten für die 3 Tage 20 Dollar pro Kopf zur Verfügung, daher mussten wir versuchen mit dem Nötigsten auszukommen. Uns wurden Zelte und Küchenutensilien zur Verfügung gestellt.
Am Sonntagmorgen befuhren wir dann die Fähre, die uns nach Fraser Island bringen sollte. Glücklicherweise war einer unsere Gruppenmitglieder schon ein bisschen erfahrener mit 4WD Wägen, sodass er sich zuerst hinters Steuer setzte. So düsten wir das erste Mal mit 80 km/h über den Strand. Auf Fraser Island gibt es keine Straßen, Dörfer oder irgendwelche Zivilisation, außer den vielen Touristen. Gegen Mittag erreichten wir Lake McKenzie. Ich dachte mir, dass es sich hierbei um einen weiteren See handelt, wie ich schon so viele auf meiner Reise gesehen. Da war ich aber weit gefehlt. Dadurch dass die Insel komplett aus Sand besteht wird das Regenwasser extrem gut gefiltert und fließt am Ende in den Lake McKenzie. Das Wasser hier ist glasklar und sehr gut für die Haut. Um den See befindet sich ein schneeweißer Strand. Das ist eine wirkliche super Perspektive, wenn man auf dem weißen Sand sitzt, das blaue, klare Wasser vor sich hat und dahinter wieder den wunderschönen grünen Regenwald sehen kann. Das Wetter hatte uns auch einigermaßen in die Karten gespielt, zumindest regnete es mal nicht. Wir haben uns dann noch den nahegelegenen Urwald angeschaut, bevor wir einen Platz zum Aufstellen der Zelte gefunden haben. Es ist schon echt schön im Dschungel zu übernachten, da dieser nie schläft und man immer die Insekten und andere Tiere hört. Man muss auf der ganzen Insel vorsichtig sein, wenn man Essenreste oder Müll irgendwo liegen lässt, da die Insel von Dingos bewohnt wird. Diese Dingos sind wilde Hunde, die sehr aggressiv werden können, sobald man ihnen zu nahe kommt. Auf Fraser Island wurde sogar schon ein Kleinkind von einem Dingo getötet.
Am nächsten Morgen mussten wir schon früh, gegen halb acht, aufbrechen, da am späten Vormittag die Flut den Strand beanspruchte und wir durften nicht durch Salzwasser fahren, um das Auto zu schonen. Daher besuchten wir am Morgen einen weiteren wunderschönen See und relaxten erstmal, um noch ein wenig Schlaf nachzuholen. Um zwei Uhr nachmittags hatten wir wieder grünes Licht, um den Strand zu befahren. So folgten wir unserem Zeitplan Richtung Norden bis zum Indian Head, dem nördlichsten Punkt unserer Reise. Die Natur ist für mich sehr schwierig zu erklären, sodass ihr euch am besten einfach die Bilder anschaut.
Am Nachmittag besuchten wir noch das Wrack des Schiffes Maheno, welches hier vor 75 Jahren gestrandet ist und seitdem dort sein Leben mit Roste verbringt. Zwischendurch ist uns das Auto immer mal wieder eingegraben und wir mussten es wieder befreien.
Diese zweite Nacht haben wir am Strand gezeltet. Eine einmalige Erfahrung. Der Himmel riss dann und wann mal auf, sodass uns der Blick zum Sternenhimmel genehmigt wurde. Nach kurzen Suchen des großen Wagens, fiel uns mal wieder auf, dass wir ja auf der anderen Seite der Erde sind. Ein tolles Gefühl.
Der dritte Tag bestand dann im Wesentlichen nur noch aus Beachdriving und Herumliegen an Stränden und Seen, bevor uns die Fähre am Nachmittag wieder aufs Festland brachte.
Ach so, zwischendurch bin ich auch mal gefahren. Ich habe aber ganz schön kämpften müssen. Das erste Mal Auto fahren nach einem halben Jahr, mit dem Lenkrad auf der „falschen Seite“ und dann durch die erbarmungslosen Inlandtracks, in denen man teilweise gar keine Kontrolle mehr über den Wagen hat, da er durch den Sand, wie auf Schnee dahin gleitet. Und man hat immer die Verantwortung über das Auto, die 11 Gruppenmitglieder und unserer ganzen Utensilien auf dem Dach im Hinterkopf. Ich wollte die Erfahrung mal gemacht haben und ich habe sie gemeistert.
Insgesamt waren es wunderschöne 3 Tage auf Fraser Island mit vielen lieben netten Leuten, die ich kennen lernen durfte. Am Freitag geht es für mich 3 Tage auf ein Schiff durch die Whitsundays.
Bis dann
Mittwoch, 27. Februar 2008
Freitag, 22. Februar 2008
Sonntag, 10. Februar 2008
Das bunte Theater ums weisse Haus
Hillary vs. Obama. Mein Gott, ist da die verantwortungsvolle Entscheidung, die Amerika in diesem Jahr zu treffen hat hart. Welches Wahlprogramm enthält das spektakulärste Entertainmentprogramm. Wer kann rhetorisch und theatralisch am besten überzeugen.
Darüber hinaus dreht sich alles um die Frage, ob die Weltmacht Amerika in Zukunft durch eine Frau oder durch einen Mann afroamerikanischer Abstammung regiert wird. Die Entscheidung wird immer schwieriger. Ich bin so froh in dieser Zeit kein amerikanischer Staatsbürger sein zu müssen.
„Es brauchte einen Clinton um das Chaos von Bush sen. zu beseitigen. Nun braucht es eine zweite Clinton um nach der jetzigen Bush Ära wieder klar Schiff zu machen“, klingt es von der einen Seite. Hillary versucht sich in der Metamorphe der First Lady in die neue Präsidentin der USA. Von Seiten Obamas kann man einen frischen, jugendlichen Wind der Veränderung für ein neues, besseres Amerika, spüren. Eins haben die beiden Kontrahenten aber gemein. Sie haben auf ihrer Agenda stehen, den USA in der Welt wieder ein besseres Gesicht zu geben. Viel Glück.
Hillary vs. Obama. Zwei arme Marionettenfiguren in der Hand von politischen Beratern und millionenschweren Lobbyisten, deren jede Stimme kostbar ist, um ihre wirtschaftlichen Ideen durchzusetzen. Da sind 32 Millionen Dollar an einem Tag, um die entscheidende Wahlkampfphase vor dem „Super Tuesday“ ein wenig zu pfeffern, eine lohnenswerte Investition. Schade, dass man intelligente, innovative Ideen und Meinungen nicht mit Geld erlangen kann. Aber darum geht es doch auch bei den Wahlen in den USA nicht. Es geht ums Entertainment. So heißt es weiterhin fleißig Schilder in die Kameras halten, damit keiner vergisst wie die Kandidaten heißen.
Der Wahlkampf teilt sogar prestigeträchtige Familien in zwei Lager. Die eine Seite der Kennedys, in Gestalt von Ted Kennedy befürwortet die Kandidatur Obamas. Die Tochter JFK´s und jetzige Ehefrau des kalifornischen Gouverneurs, der früher eher mit Maschinengewehren und Muskeln gespielt hat als mit den Fragen der Journalisten, steht auf der Seite Hillarys.
Eins aber haben die Vorwahlen bisher schon erreicht. Sie haben das Interesse für Politik in den USA bei der Bevölkerungsschicht der unter 30 jährigen geweckt. Es geht immerhin nicht mehr um die langweilige, gegensätzlichen politischen Meinungen und Standpunkte. Vielmehr geht um Schwarz gegen Frau. Die Journalisten in den Talkshows diskutieren über die Zeit Hillarys nach dem Bekanntwerden der Affäre ihres Gatten mit der Praktikantin Monica Lewinsky. Wie ging eine Frau im Rampenlicht mit einer so prekären Situation um.
Ach ja, auf der republikanischen Seite kämpft noch John McCain, der siegessicher lächelnde Vietnamheld. Viel wird um ihn nicht geschrieben. Keine Skandale, kein Interesse. Immerhin hat er im Wahlkampf ein leichteres, Herz und Nerven schonendes Leben, da seine politischen Verfolger im gleichen Lagern durch falsch punktierte Wahlkampfpolitik oder zu aggressiv konservatives Fundamentalchristentum in den bisherigen Vorwahlen das Nachsehen hatten. So kann McCain getrost jeden neuen Staat entgegenfiebern, der ihm einen neuen erdrutschartigen Sieg im Lager der Republikaner bescheren wird. Sein Lächeln ist dann zumindest authentisch und vielleicht hält es ja an bis zur Präsidentschaftswahl im November, wenn es dann heißt: Kein Afroamerikaner, keine Frau, sondern nur ein Mann als Präsident der USA. Fortsetzung der Serie, „ein buntes Theater ums weiße Haus“ folgt 2012. Es könnte die teuerste Produktion einer „Volksverarsche“ sein, die jemals produziert wurde. Aber der gemeine Amerikaner kann sich schon mal auf mehr Action und Spannung freuen. Dafür wird sicher gesorgt. „The show must go on!“
Freitag, 8. Februar 2008
Ein Lebenszeichen von der Salatfarm
Mein Leben plätschert so dahin. Leider konnten wir die letzten zwei Tage durch Regen nicht arbeiten. Ja Regen. Hier Toowoomba wird dies freudig erwartet, bei 11% Restbeständen. Aber wenn es dann regnen, dann aber gescheit. So wurde hier alles überflutet und die Arbeit heute war matschig, nass und sehr dreckig. Dazu kam noch, dass wir die Bestände der zwei verlorenen Tage wieder aufholen musste. Die Fastfoodketten wollten nicht auf ihren frischen Salat verzichten. Daher hieß es heute noch eine Schippe Kohle drauf legen.
Schade ist halt, dass man die Freizeit hier nicht wirklich konstruktiv nutzen kann. Viel ist nicht zu bewundern in Toowoomba. Und auch das große Schoppingcenter wird irgendwann langweilig. So hängen wir leider die meiste Zeit im Haus rum, schauen fern und lesen. Manchmal mache ich mich noch auf den 20 Minuten Weg Richtung Internetcafe, um mich bei euch zu melden.
Jetzt habe ich noch eine Woche hier, inklusive meines Geburtstages, bevor es dann weiter geht Richtung Noosa Everglades. Dann kommen auch wieder spannendere Blogs als dieser.
Bis dann
Montag, 28. Januar 2008
Flo, der Erntehelfer
Ich wohne das erste Mal in Australien in einer luxuriösen Unterkunft. Oder sagen wir mal, für mich auf meiner Reise, luxuriösen Unterkunft. Ich teile mit vier anderen Kollegen ein eigenes Haus. Daher genieße ich den nächsten Monat den bescheidenen Luxus eines Einzelzimmers. Das Leben in den zehn Bettenzimmer der Hostels ist aber für mich nicht unangenehm, da ich dort unglaublich viele Leute kennen lernen kann. Es ist eigentlich eher der Rest des Hauses, der mich so erfreut. Wir haben zusammen eine voll ausgestattete Küche mit Ofen, Grill und Sandwichmaschine. Das erste Mal seit Anfang November kann ich wieder was backen. Außerdem haben wir Waschmaschine und Trockner ohne dafür zahlen zu müssen. Dies sind alles Geräte, die im normalen Haushalt schon zur Gewohnheit gehören, auf meiner Reise aber eher dem Luxus zugeordnet werden können. Außerdem verfügen wir über einen wunderschönen Garten mit Terrasse und einem geräumigen Wohnzimmer mit Coache und Fernseher. Meine Mitbewohner kommen aus England, Kanada, Holland und Papua Neu Guinea. Es ist eine sehr interessante Erfahrung einen richtigen Haushalt führen zu müssen mit Leuten, die man überhaupt nicht kennt. In gewöhnlichen Hostel teilt man sich nur das Schlafzimmer, Bad und die übrigen Räume. Man muss nicht dafür Sorge tragen, dass alles sauber ist und wer den Müll vor die Tür bringt. Ich muss sagen, dass die Arbeitsaufteilung bei uns eigentlich sehr gut läuft. So spült immer mal wieder ein anderer für alle ab und fegt mal schnell durch die Küche. Wir müssen uns auch an keine Regeln und können die Küche rund um die Uhr benutzen, was sehr angenehm ist. Durch die harte körperliche Arbeit, die ich jeden mache, sind wir aber auch froh nicht noch ein Zimmer mit anderen teilen zu müssen.
Mein Tagesablauf sieht zurzeit so aus:
4.00 am: Mein Wecker holt mich gnadenlos aus dem Schlaf. Wobei ich zu dieser Uhrzeit immer erstaunlich fit bin.
4.10 am: Jetzt wälze ich mich endlich aus dem Bett und stülpe mir die dreckigen Arbeitsklamotten vom Vortag über.
4.20 am: Kräftiges Frühstück. Die erste Pause ist durchschnittlich erst um halb zehn und während der Arbeit gibt es keine Gelegenheit zum Essen, daher heißt es richtig reinhauen zum Frühstück. Ich bereite meine Lunchbox für den Arbeitstag, die aus Obst, Broten und Instant Nudeln besteht, immer schon am Vorabend vor, sodass ich nur noch meine dreckige Wasserflasche auffüllen muss. Es gibt ein paar Sachen, die bei der Erntearbeit essentiell sind. Eine große Flasche Wasser, einen schattenspendenden Hut, lange Klamotten und Sonnencreme. Dies alles wird jetzt in meine Tasche gesteckt. Noch schnell einen Schluck aus dem Kaffeepot. Es ist immer noch dunkel draußen. Langsam kommen auch die Anderen aus ihren Zimmern geschlichen.
4.35 am: Jetzt heißt es auf unseren Fahrer warten, der uns jeden Morgen auf die Farm fährt, die etwa eine halbe Stunden entfernt liegt. Dabei hören wir meist laut Musik, um uns richtig wach zu machen.
4.45 am: Der Fahrer ist angekommen. Schnell in die Arbeitsschuhe geschlüpft und ab in den weißen Transporter Richtung Farm.
4.45-5.15 am: Fahrt. Dabei können wir jeden Morgen den Sonnenaufgang über der wunderschönen Bergszenerie des nahen Outbacks bewundern. Sonst ist es im Bus morgens der Uhrzeit entsprechend ruhig. Einige versuchen noch ein bisschen Schlaf nachzuholen.
5.15 am: Ankunft in der Farm. Jetzt heißt es schnellst möglich Sonnencreme auftragen und schauen in welche Gruppe man eingeteilt wird. Achso, und ein guter Tipp. Am besten nicht der Chefin morgens über den Weg laufen, dass könnte nicht so freundlich enden.
5.30 am: Pünktlich setzt sich der ganze Tross an Traktoren und Feldmaschinen mit uns an Bord Richtung Felder auf. Kaum angekommen, geht es schon mit der ersten Reihe Salate los.
So verbringen wir die nächsten drei ein halb Stunden damit sich immer runter zu beugen den Salatkopf abzuschneiden und aufs Fließband zu legen. Gott sei Dank ist es morgens noch nicht so heiß. Aber die Hitze wird nicht lange auf sich warten lassen. Das Fließband, welches an einen Traktor gekoppelt ist, fährt mit einer konstanten Geschwindigkeit hinter einem her, sodass langsames Arbeiten nicht genehmigt werden kann. So fangen wir langsam das Schwitzen an und versuchen mit viel Wasser der Dehydrierung entgegenzuwirken. In 20 Minuten schaffen wir ungefähr zu siebt 700 Kilo Eisbergsalat.
9.30 am: Wir werden auf den Ladeflächen der Traktoren wieder zum „Stützpunkt“ gefahren und haben uns unsere erste 20 Minuten Pause verdient. Der Plan ist so viel wie möglich in der ersten Session zu schaffen. Wer jetzt noch müde kann sich beim kostenlosen Kaffee bedienen.
9.50 am: Die Arbeit ruft wieder. Schnell auf die Ladeflächen und zurück zu den Erntemaschinen auf den Feldern. Und so geht die monotone Arbeit weiter. Salatkopf nach Salatkopf. Die Monotonie ist die eine negative Seite dieses Jobs, die physische Anstrengung ist die andere. Diese Arbeit beansprucht überdurchschnittlich die Bein und Rückenmuskulatur, sodass ich am zweiten Arbeitstag wegen Muskelkater fast nicht mehr laufen konnte. Aber mit ein paar Pillen Ibuprofen konnte ich Arbeit an diesem und die darauffolgenden Tagen einigermaßen schmerzfrei weiterführen. Durch die ersten Tage muss jeder einfach durch, hat man mir erklärt, danach wird es besser. Am Ende der Woche wurde es dann auch wesentlich besser und meine Muskulatur hat sich an die für mich ungewöhnlichen Bewegungen gewöhnt. Es wird nun langsam Mittag und die Hitze wird immer unerträglicher. Ich wurde während meiner Reise ja nicht unbedingt mit gutem Wetter gesegnet, aber hier strahlt jeden Tag die Sonne und auf dem Feld hat es um die Mittagszeit so gefühlte 35 Grad Celsius. Das erleichtert die Arbeit nicht unbedingt. Aber das „Angenehme“ ist, dass man ein gewisses Tempo einhalten muss, da die Erntemaschine mit dem Laufband für die Salatköpfe in einem konstanten Tempo hinter dir herfährt, daher kann man nicht zu langsam sein. Entweder man macht die Arbeit gescheit oder nicht. Es gibt nur schwarz und weiß. Das Einzige was bemängelt werden kann, ist deine Technik. So darf man nicht in die Knie gehen, sondern muss immer seinen Oberkörper runterbeugen. Wer Fußball spielt, weiß, dass diese Dehnungsübung, die schmerzhafteste ist. Aber wir haben auch sehr viele Asiaten in unserem Team, die diese Bewegungen ohne Probleme ausführen können, also müssen wir mithalten. Die Chefin fährt den Tag über in ihrem schwarzen Geländewagen über die Farm, um überall auszuhelfen. Daher stehen wir unter ständiger Beobachtungen und es gibt sehr viele kleine Regeln, die man falsch machen kann, dass könnt ihr mir glauben. Aber Ann (die Chefin) ist fair, sie gibt einem zweite Chancen, sobald was zu bemängeln hat. Nur ein drittes Mal falsch machen sollte man es nicht, dann kann man die Farm nämlich verlassen. Ein Lächeln von Ann kriegt man aber über die ganze Arbeitszeit nicht zu sehen.
12:00 pm: Mittagspause. Die wird jetzt aber auch dringend gebraucht um die Mägen richtig zu füllen. Die Europäer und Australier auf der Farm genießen ihre Instant Nudeln und Butterbrote, während die Asiaten und Inder ganze Menüs aus ihren Tupper-Dosen in den Mikrowellen aufwärmen lassen. Das unglaublich interessante auf dieser Farm sind die Leute. Ich war es gewohnt an jedem Ort der Ostküste mindestens 30 % Deutsche und den Rest Engländer, Kanadier, Schweden oder Holländer zu treffen. Hier auf der Farm sind andere Kulturkreise dieser Welt vertreten, da der Hauptanteil der Arbeiter von der nahegelegenen Universität kommt. So sind bei uns die Nationen China, Malaysia, Nepal, Indien, Königreich Tonga, Papua Neu Guinea, Fiji und drei Frauen aus dem Sudan vertreten. Und jedes Land hat seine Besonderheiten. Die drei Frauen aus dem Sudan sind politische Flüchtlinge und haben in ihrem Leben, glaube ich, schon sehr viel Schlechtes erfahren müssen. Andererseits schweben diese 1.85 m Frauen richtig erhaben über die Felder, als ob ihnen keiner was kann. Für mich wirken sie sehr mysteriös. Ich freue mich schon darauf, mich mit ihnen mal ernsthaft zu halten, gerade weil ich am Anfang meiner Reise ein Buch über eine Krankenschwester von „Ärzte ohne Grenzen“ im Sudan/Darfur gelesen habe. Die Frauen kommen aber aus dem Süden vom Sudan. So habe ich auch gelernt, dass der Sudan das größte Land in Afrika ist.
Die Inder wiederum können oder dürfen ihre Hände nicht dreckig machen. So tragen sie für jede Arbeit Handschuhe, während wir der Hitze wegen meist darauf verzichten und lieber dreckige, richtig dreckige, Hände bekommen. Ich weiß nicht, ob dass am Kastensystem liegt, aber ich glaube, dass die Inder, die hier in Australien studieren können, schon der obersten Kaste angehören.
Die Asiaten, sind einfach unglaublich schnell. Die meisten von ihnen Arbeiten in der anliegenden Fabrik, aber die die ich auf den Feldern zu Gesicht bekomme, legen ein unglaubliches Tempo vor. Daher lieben die australischen Farmer die Asiaten und stellen diese primär ein, da sie sich nie über Lohn oder Arbeitsbedingungen beklagen. Sie erledigen einfach jede Arbeit. Aber auch das liegt glaube ich tief in deren Mentalität und Erziehung verborgen. Es ist zumindest sehr motivierend, da sie immer, so heiß es auch seien sollte, ein Lächeln für dich parat haben. Dann ist da noch das Ehepaar aus Nepal, bei dem man merkt, dass der Ehemann normalerweise die schwere Arbeit erledigt und die Frau eher im Haushalt arbeitet. Aber diese beiden sind sehr nett und ich habe schon viel über die Nepal erfahren können. Ja und die Leute von den Inseln, wie Papua Neu Guinea, Fiji und dem Königreich Tonga. Diese Kollegen sind sehr relaxte Arbeiter. Das will ich jetzt mal so stehen lassen. Aber sind auch gleichzeitig diejenigen, mit denen ich nach der Arbeit am meisten zutun habe. Einer der Arbeiter aus Papua Neu Guinea, Apollo, wohnt bei mir im Haus, sodass ich sehr viel Zeit habe mich mit ihm zu unterhalten. Und man merkt schon, dass das eine komplett andere Welt ist, in der er aufgewachsen ist. So ist seine ganze Familie väterlicherseits, außer seinem Vater, durch schwarze Magie und Flüche in ihrem Dorf um Leben gekommen. Daher mussten sie das Dorf verlassen und in die Stadt ziehen. Verflucht wurden sie, da sie zum Christentum übergewechselt sind. Außerdem erzählt Apollo immer mal wieder Geschichten Geistern und anderen Gestalten in seinem Dorf. Es ist immer ein wunderbares Gefühl wenn man auf den Ladenflächen der Traktoren sitzt und um einen sitzen Leute, die in komplett anderen Lebensverhältnissen aufgewachsen sind. Und jetzt vereint uns hier die Arbeit.
12.30 pm: Diese Arbeit geht nun weiter. Am Nachmittag ist aber meistens nur noch ruhigere Arbeit angesagt, so müssen wir neue Salatköpfe anpflanzen oder Unkraut jäten. Die letzten Tage, waren aber einige Bestellungen mehr bei der Firma eingegangen, sodass wir am Nachmittag noch weiter Salatköpfe pflücken mussten.
3.00 pm: Feierabend Normalerweise ist die Arbeit immer schon um 2 beendet, aber die letzten Tage, wie schon erwähnt, wurde unser Überstundenkonto gut gefüllt.
Das Gefühl des Feierabends ist schon überragend, wenn man wirklich körperlich harte Arbeit über den ganzen Tag geleistet hat. Jetzt müssen wir nur noch auf den Bus, in Richtung Toowoomba warten.
3.30 pm: Die Rückfahrt beginnt. Die meisten fallen jetzt schon dem Schlaf zum Opfer
4.00 pm: Ankunft „daheim“. Jetzt gibt es erstmal eine warme Dusche. Aber nicht länger als 4 Minuten, da die Gegend um Toowoomba immer noch in einer extremen Dürre- und Trockenzeit lebt. So haben sie noch 11% Wasser in ihren Reservoirs, die aber nächstes Jahr aufgebraucht sein werden und dann weiß keiner, wie es weitergehen soll.
Nach der Dusche gibt es Abendessen, bevor sich dann alle im Wohnzimmer versammeln, um fern zuschauen. Da die letzten Busse in die Innenstadt zu früh fahren, können wir während der Woche nicht einmal einkaufen gehen, dass muss alles am Wochenende eingeplant werden.
8.30 pm: Zeit zum Schlafengehen. Völlig erschöpft fallen wir dann alle in die Betten, um morgens um 4.00 am wieder für die Arbeit aufzustehen.
Wie ihr seht, kann ich im nächsten Monat unter der Woche nicht sehr viel erleben, aber auf der anderen Seite genieße ich die Erfahrung machen zu dürfen, auch solche harte Arbeit zu sehen und zu erleben. Ich habe jetzt schon gelernt alle handwerklichen und landwirtschaftlichen Berufe sehr viel mehr wertzuschätzen. Angefangen beim frühen Aufstehen bis hin zur Unterordnung lerne ich bei dieser Arbeit das „harte Arbeiterleben“. Ich muss die Arbeit nur einen Monat machen. Die Ältesten auf der Farm machen den Job seit 30 Jahren, Stunde für Stunde, Tag für Tag, Jahr für Jahr. Salatkopf nach Salatkopf. Wie gut geht es uns doch.
Montag, 14. Januar 2008
Samstag, 12. Januar 2008
Ein kleiner kurzer Zwischenruf
Ich hatte meinen gestrigen Abend zum Kinoabend erklärt und mich daher entschieden mir den neuen (und einzigen?) Film über Bob Dylan „I´m not there“ reinzuziehen. Ein Film über Bob Dylan, gespielt von sieben verschiedenen Schauspielern, darunter auch Cate Blanchett. Ja eine Frau spielt die Rolle des Bob Dylan und das sogar einzigartig gut. Ja einzigartig ist dieser Film allemal, da der Name Bob Dylan kein einziges Mal erwähnt wird. Der ganze Aufbau ist, wenn man das System vorher nicht kennt, sehr schwer zu verstehen. Dylans verschiedenen Lebensphasen und Charaktere wurden anhand verschiedener Charaktere dargestellt, deren Nahmen denjenigen Künstlern und Persönlichkeiten angelehnt sind, die Dylan in seinem Leben am meisten beeinflusst haben. Leider wusste ich vorher nicht viel über das Leben(swerk) Dylans bescheid, sodass für mich der Film zuerst sehr unverständlich war, zumal seine jüngste Phase von einem kleinem schwarzen Südstaatler mit extremen Akzent gespielt wurde. Im Nachhinein habe ich mich aber erkundigt und war erstaunt über die tiefgründige Güte dieses Films. Sehr empfehlenswert.
Leider gibt es in der heutigen Musik(wirtschaft) wenige oder gar keine Persönlichkeiten mehr, die die Politik und die Gedankenwelt der jungen, wie auch der gedanklich offenen und toleranten älteren Generation gleichmäßig stark beeinflussen können. Viel von der Stärke und der Kraft die diese Protestsongs, speziell die Texte, symbolisiert haben, bleibt nun im großen kleinmaschigen Sieb des Entertainment, der Unterhaltung schlichtweg hängen. Ein durchgehender Beat, sowie eine perfekt durch choreographierte Bühnenshow zählen mehr als 1000 Worte und Reime.
Außerdem wird gestohlen und geklaut. Wer ist sich denn noch im Klaren das Songs wie „Tambourine Man“ nicht von „the Byrds“ sind und „Knocking on Heavens Door“ auch ohne die fabelhafte Stimme von Axl Rose gesungen werden kann. Woher soll ein normales 21.-Jahrhundert Kind auch davon erfahren, wenn der Musikunterricht jedes Jahr wieder im Barock anfängt und leider am Schluss für moderne, politische Musik keine Zeit mehr vor den Sommerferien bleibt? Woher soll ein Kind denn von Bob Dylan oder Joan Baez hören, wenn die ältere Generation ihre eigene freidenkende, jugendlich motivierte Phase als Jugendsünde und naiv abstempeln und am liebsten vergessen wollen? Wie sollen politische Lieder den Jugendlichen denn ein Begriff sein, wenn die einzigen „Taten“ und „Errungenschaften“ von „Künstlern“, die die modernen Medien erobern nur von deren Drogensucht, Eskapaden und Schwangerschaften handeln?
Heute ist der 11. Januar 2008, das sind die Nachrichten:
- Britney Spears ist wieder in die Klinik eingeliefert worden. Das Sorgerecht für ihre Kinder wurde ihr aufgrund psychischer Instabilität vorübergehend entzogen.
- Das billigste Auto der Welt wurde auf der Autoexpo in Indien der gespannten Fachpresse vorgestellt. Schlappe 1800 Euro soll es kosten. Frage der Qualität.
- Wie konnte es Hillary Clinton schaffen, die schon verloren geglaubte Mehrheit der demokratischen Wähler zu überzeugen. Liegt es an ihrem neuen Outfit oder haben es die Frauen den Männern in New Hampshire mal richtig gezeigt. Wird der neue amerikanische Präsident ein Afroamerikaner oder eine Frau. Entertainment und Spannung pur!!! Ja nicht verpassen!!! Politische Tiefe? Nebensache.
- Das Wetter ist durchgängig gut die nächste Woche. Wird dies vielleicht wieder ein neuer Rekordwinter. Aber was macht denn dann Knut auf seiner schmelzenden Eisscholle. Hiiiiiilfe, Klimakatastrophe!!! Keine Feuerwerkkörper mehr bitte das nächste Jahr. Denkt doch an Knuts Familie, Mensch.
- Sport: Janne Ahonnen gewinnt zum fünften Mal die Vierschanzentournee. Wahnsinn der Junge. Geht Lehmann zum BVB? Mann, das ist alles sooo spannend.
Das war es für heute. Wir sehen und hören uns morgen wieder.
Oooops, die Redaktion flüstert mir gerade noch ins Ohr, das wir was vergessen haben.
Nur noch schnell:
Die Situation in Kenia bleibt angespannt und in Bagdad gab es eine weitere Autobombe. 21 Tote.
Danke!!!
Das war genug Entertainment für heute. Aber ich bin schon gespannt wie es Britney morgen so geht.
Samstag, 5. Januar 2008
Poi-Fotographie
Ich habe ein paar Fotos hochgeladen. Auf den Fotos seht ihr Freunde von mir, die mit Pois "spielen". Pois sind brennende Leuchtkörper, die durch eine Metalschnur und Zentrifugalkraft geschwungen werden. Es ist echt sehr beeindruckend anzuschauen. Einige Fotos wurden auch mit einem brennenden Hulla-Hupp Ring gemacht. Mehr kann ich garnicht sagen, schaut sie euch einfach an.


























